Es ist wieder so weit: Wie schon in den Jahren zuvor wandern Maria und Josef gemeinsam mit ihren Eseln, begleitet von Musik, durch Basel. Am 16., 17. und 18. Dezember, jeweils ab XX Uhr kann man ihnen begegnen. Die geplanten Routen sind (kurzfristige Änderungen möglich).
Route am Donnerstag, 18. Dezember 2025
14 Uhr Start Lindenberg – 14.15 Uhr Wohn- und Pflegezentrum Zum Lamm – Manor – Claraplatz – 15.30 Pflegezentrum Dandelion – 16.30 Claramatte mit Kitas - Lindenberg (ca. 17 Uhr)
Unten gibt es Eindrücke vom Weg durchs Gundeli am Mittwoch - mit Klick auf das Foto gibt es mehr Impressionen.
Kinder spielen Fussball. Auf einmal hält ein Junge den Ball an und schaut ungläubig über den Zaun zu der ungewöhnlichen Karawane. Die anderen Jungs folgen seinem Blick. Für einen Moment scheint die Zeit für die Jungs stillzustehen – oder wurde sie vielleicht zurückgedreht? Denn das Ungewöhnliche, das ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, ist eine kleine Gruppe von Menschen, angeführt von zwei Eseln, einer Frau und einem Mann in altertümlicher Kleidung.
Der Mann mit Stab, Mantel und Hut fragt in die Kindermenge:
„Wisst ihr, wer ich bin?“
Kopfschütteln, grosse Augen, die angespannt warten, dass der Mann weitererzählt. Bis dann aus der Gruppe
ein Junge ganz leise die Antwort wagt: „Du bist Josef.“
Josef nickt und fragt hartnäckig: „Und wer läuft mit mir da mit?“
Dabei zeigt er auf eine Frau mit blauem Schleier. Der Junge antwortet wieder: „Maria.“
Mit dieser Begegnung hat die gestrige Tour durch das Gundeli begonnen, gestartet bei der Heiliggeistkirche. Einige der Kinder haben sich auf Einladung von Maria und Josef den Eseln genähert, um sie zu streicheln. Andere haben das Ganze, etwas verunsichert, aus der Distanz beobachtet. Neugier, Freude, leuchtende Augen und ein Lächeln im Gesicht waren unsere ständigen Begegnungen auf der Strasse.
Unser erster Halt führte uns auf den Hinteren Bahnhofsplatz, wo wir ein paar Lieder singen wollten. Dabei bemerkten wir, dass sich unsere Karawane von der Heiliggeistkirche aus vergrössert hatte: Einige Leute hatten sich leise angeschlossen und waren den Eseln gefolgt. Nach diesem kurzen Halt gingen wir weiter zur Residenz im Südpark, wo die Mitarbeitenden bereits einen Tisch mit warmen Getränken und leckerem Lebkuchen vorbereitet hatten.
Die Bewohner:innen kommen langsam heraus und warten gespannt. Auch hier strahlen die Augen über alles, als sie die Esel – Angelo und Paulina gesehen haben. Der Lärm der Baustelle auf der anderen Strassenseite scheint weit weg zu sein, als die ersten Akkordeonklänge das Lied «Kling, Glöckchen, kling» anstimmen. Einige singen mit, ein paar wippen den Takt mit der Hand, andere hören einfach nur zu, mit verträumtem Blick – vielleicht verloren in Kindheitserinnerungen. Eine warme, sanfte Begegnung entsteht hier. Bevor wir weiterziehen, nähern sich einzelne den Tieren, um sie zu streicheln. Wir verabschieden uns mit dem Wunsch nach gesegneten Weihnachten, doch irgendwie kann sich niemand wirklich trennen. Wir singen noch ein Lied, und die Bewohner:innen freuen sich.
Dann geht es weiter, an zwei Schulhäusern vorbei, bis zum Margarethenpark, wo bereits Kitakinder auf uns warten. Kaum haben sie Paulina und Angelo erblickt, unterbrechen sie ihr Spiel und kommen auf uns zu. Maria erzählt von ihrer Begegnung mit dem Engel, der ihr gesagt hat, sie solle keine Angst haben, und gibt zu, dass sie trotzdem ab und zu Angst hat vor dem, was kommt. Angelo, ihr treuer Begleiter, führt sie und stupst sie sanft mit der Nase an, um ihr Trost und Mut zuzusprechen. Sie erklärt, dass der Name Angelo „Engel“ bedeutet und dass er so zu ihrem vierbeinigen Engel geworden ist.
Die Kinder haben ganz gespannt zugehört. Jetzt dürfen sie ein Lied wünschen. Voller Inbrunst singen sie Andrew Bonds «I-A ja ja I-A» und dann dürfen sie endlich die Esel streicheln, die diese Pause auf der Wiese geniessen, ein bisschen frei herumlaufen und das Gras fressen.
Auch hier dauert der Abschied länger als gedacht: noch ein Lied, noch einmal streicheln und noch einmal winken. Die Kitaleiterin verabschiedet sich bei uns mit den Worten:
„Bis nächstes Jahr – bitte führt diese Aktion weiter.“
Im Haus Momo, unserer letzten Station, gibt es eine Generationenbegegnung. Auf der einen Seite sitzen die Bewohner:innen des Pflegeheims, auf der anderen kommt eine neugierige Kitagruppe dazu. Hier ertönt „Leise rieselt der Schnee“, dort wird laut und mutig „Zimetstern hani gern“ gesungen. Oliver, unser Eselbegleiter, nimmt Paulina und führt sie zu den sitzenden Bewohner:innen, die das weiche Fell der Eselin streicheln, lächeln und – in Stille gehüllt – einen Moment geniessen, der sich wie eine Ewigkeit anfühlt.
Paulina und Angelo – die beiden Esel, wurden zu Brückenbauern im Quartier. Sie haben viel Schönes und Gutes ins Gundeli getragen, Begegnungen, Momente des Innehaltens, des Staunens und der Stillen Freude ermöglicht.
18. Dezember 2025